Trüffel sind unterirdisch wachsende Fruchtkörper bestimmter Pilze. Dieser Beitrag erklärt verständlich, was Trüffel biologisch sind, warum sie mit Bäumen in Verbindung stehen, welche Rolle Geruch spielt und weshalb die natürliche Trüffelsuche nie vollständig planbar ist.
Wissensserie: Trüffel – Hund – Geruchssuche
Bild: Jessica Lüdin
Ein Trüffel kann direkt unter unseren Füssen liegen, ohne dass wir ihn sehen oder riechen. Für einen Hund kann genau diese unsichtbare Welt dagegen über Geruch zugänglich werden.
Trüffel sind unterirdisch wachsende Fruchtkörper bestimmter Pilze, insbesondere verschiedener Arten der Gattung Tuber. Viele Tuber-Arten leben in enger Verbindung mit Pflanzenwurzeln; diese Lebensgemeinschaft wird Mykorrhiza genannt oder Symbiose, um einen bekannteren Begriff zu verwenden.
Für die Trüffelsuche ist besonders interessant, dass reife Trüffel zahlreiche flüchtige Verbindungen abgeben. Eine Studie mit chemischer Analyse und 19 ausgebildeten Trüffelhunden untersuchte solche Verbindungen und zeigte, dass das Trüffelaroma komplex ist und nicht auf einen einzigen „Trüffelduftstoff“ reduziert werden kann.
Trüffel und ihre Wirtspflanzen
Je nach Art kommen unterschiedliche Gehölze als Mykorrhiza-Partner (Symbiose-Partner) infrage, unter anderem Eichen, Buchen, Haseln und Hainbuchen. Ein geeigneter Baum bedeutet jedoch nicht automatisch, dass dort Trüffel vorkommen. Standort, Boden, Pilzvorkommen und weitere Umweltbedingungen müssen zusammenpassen.
Trüffelsaison in der Schweiz
Es gibt nicht die eine Saison, die für alle Trüffelarten gleichermassen gilt. Aus langjähriger Erfahrung können wir sagen, dass der «Sommertrüffel» (Tuber aestivum) etwa von Mai bis August und der «Herbsttrüffel» bzw. «Burgundertrüffel» (Tuber uncinatum) etwa von September bis Januar gefunden wird.
Diese Zeiträume dienen als Orientierung und sind keine Garantie dafür, dass an einem bestimmten Waldstandort zu dieser Zeit tatsächlich Trüffel gefunden werden. Denn das Wachstum und die Fruchtbildung von Trüffeln werden von zahlreichen Faktoren beeinflusst – unter anderem von Witterung, Bodenbeschaffenheit, Feuchtigkeit, Temperatur und den Bedingungen am jeweiligen Standort. Dadurch kann sich auch der tatsächliche Beginn und Verlauf der Trüffelsaison von Jahr zu Jahr unterscheiden.
Warum der Hund so wichtig ist
Der Hund sucht nicht nach dem Aussehen eines Trüffels. Er lernt vielmehr, relevante Geruchsinformationen zu erkennen und darauf mit einem trainierten Verhalten zu reagieren. Damit wird aus der natürlichen Geruchswahrnehmung eine gezielte Suchaufgabe.
Die natürliche Unberechenbarkeit
Bei natürlich vorkommenden Trüffeln spielen Witterung, Boden, Feuchtigkeit, Temperatur, Wirtspflanzen, Entwicklungsstadium und Standort zusammen. Deshalb kann auch ein sehr gut trainierter Hund nur finden, was tatsächlich vorhanden ist.
Die Trüffelsuche verbindet damit Mykologie, Ökologie, Chemie, Geruchswahrnehmung, Lernen und Mensch-Hund-Kommunikation.
FAQ zur Trüffelsuche: Die wichtigsten Fragen und Antworten
Was ist ein Trüffel?
Ein Trüffel ist der unterirdisch wachsende Fruchtkörper eines Pilzes. Viele bekannte Trüffel gehören zur Gattung Tuber und entwickeln sich in Verbindung mit den Wurzeln bestimmter Bäume.
Ist ein Trüffel ein Pilz?
Ja. Ein Trüffel ist ein Pilz beziehungsweise genauer gesagt dessen unterirdisch wachsender Fruchtkörper. Der eigentliche Pilz besteht aus einem weit verzweigten Pilzgeflecht im Boden.
Warum wachsen Trüffel unter der Erde?
Trüffel entwickeln ihre Fruchtkörper unter der Erde und leben dabei häufig in enger Verbindung mit den Wurzeln bestimmter Bäume. Ihre Sporen werden später unter anderem durch Tiere (deren Kot) verbreitet, die vom intensiven Geruch reifer Trüffel angelockt werden.
Welche Trüffel gibt es in der Schweiz?
In der Schweiz kommen verschiedene Trüffelarten vor. Für die Trüffelsuche besonders bekannt sind unter anderem der Sommertrüffel (Tuber aestivum) und der Herbst- beziehungsweise Burgundertrüffel (Tuber uncinatum).
Wann ist Trüffelsaison in der Schweiz?
Die Saison unterscheidet sich je nach Trüffelart. Als Orientierung gilt für den Sommertrüffel etwa Mai bis August und für den Burgundertrüffel etwa September bis Januar. Je nach Witterung und Standort können sich diese Zeiträume jedoch verschieben.
Warum braucht man für die Trüffelsuche einen Hund?
Trüffel wachsen unter der Erde und sind für Menschen meist nicht sichtbar oder zuverlässig wahrnehmbar. Ein speziell trainierter Hund kann die charakteristischen Geruchsinformationen reifer Trüffel erkennen und deren Fund gezielt anzeigen.
Quellen
Epping, R., Bliesener, L., Weiss, T. & Koch, M. (2022). Marker Substances in the Aroma of Truffles. Molecules, 27(16), 5169 https://www.mdpi.com/1420-3049/27/16/5169
Caldicott, L., Pike, T. W., Zulch, H. E., Mills, D. S., Williams, F. J., Elliker, K. R., Hutchings, B. & Wilkinson, A. (2024). Odour generalisation and detection dog training. Animal Cognition, 27, 73. https://link.springer.com/article/10.1007/s10071-024-01907-0
Trüffelkurse bei hundundmensch.ch
DetectionDog / Spürhund / Objektsuche Kurse bei hundundmensch.ch
Artikel 1 von 6
Diese Blogbeitragsserie wurde erarbeitet von: Ursula Güttinger · Marion Anderegg · Andy Schweizer
